Erste Hilfe bei Kindern: die größten Mythen

Freitag, 04. August 2017

Die größten Mythen bei Kindernotfällen

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Eltern sind naturgemäß nervös, wenn ihren Kindern etwas passiert. Die gute Nachricht ist, dass die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern im Wesentlichen jenen bei Erwachsenen ähneln. Nichts zu tun, aus Angst etwas falsch zu machen, ist das größte Risiko. Eltern sollten aber wissen, was sie bei Kindernotfällen beachten müssen und welche die gängigsten Mythen der Ersten-Hilfe bei Kindernotfällen sind.

  • Der Ersthelfer muss den Puls fühlen. Falsch, denn das ist vor allem bei Kindern sehr schwierig. Richtig ist die Konzentration auf die Feststellung der Atmung, durch hören, sehen, fühlen.
  • Bei der Herzdruckmassage brechen die Rippen. Falsch, Rippen brechen selten, falls doch, bei einem älteren Menschen. Dann brechen die Rippen aber nicht in der Mitte durch, sondern lösen sich vom Knorpel am Brustbein – eine Verletzungsgefahr der inneren Organe besteht dadurch nicht. In der Regel gilt bei Kindern, dass bei der Herzdruckmassage der Brustkorb mit zwei Fingern etwa ein Drittel eingedrückt werden sollte.
  • Ersthelfer werden verklagt, wenn sie etwas falsch machen. Falsch, es muss sofort gehandelt werden. In Österreich gibt es keinen einzigen Fall wegen „falscher“ Erster Hilfe, aber zahlreiche Klagen wegen unterlassener Hilfeleistung. Nichts zu tun, aus Angst etwas falsch zu machen, wäre das größte Risiko.
  • Verschluckt ein Kind Putzmittel oder Tabletten, muss es einen Liter Milch nachtrinken. Falsch, im Notfall müssen im Mund befindliche Substanzen sofort ausgespuckt und der Mund ausgespült werden. 144 rufen und das Kind in eine bequeme Seitenlagerung bringen. Wenn die giftige Substanz bekannt ist, für weitere Tipps die Vergiftungszentrale unter 01/406 43 43 kontaktieren, bis die Rettung eintrifft.

Gefahrenquellen entschärfen

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit passieren 75 Prozent der Kinderunfälle zu Hause und in der Freizeit. Daher sind Schutz und Prävention wichtig, um Unfälle zu reduzieren. „Messer sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden, Löcher im Garten abgedeckt, Schwimmbecken oder Behälter mit Wasser gut eingezäunt werden“, sagt Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt vom Österreichischen Roten Kreuz. Stürze aus dem Fenster oder von Möbeln ereignen sich meist im unbeobachteten Moment. Speziell gefährdet sind Kleinkinder im zweiten Lebensjahr, da Eltern die Geschicklichkeit ihres Sprösslings gerade in diesem Alter oft unterschätzen. „Wenn möglich sollen Fenstersperren oder Fenstergitter angebracht werden“, sagt Schreiber. „Elektrogeräte müssen immer den Sicherheitsvorschriften entsprechen und dürfen von Kindern niemals alleine bedient werden.“

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Quelle: OTS0022, 3. Aug. 2017, 09:30

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